Hintergründe
Der maximal zulässige Fremdstoffanteil in Komposten wurde in den letzten Jahren nach der Düngeverordnung, der Gütegemeinschaft Kompost sowie Verbänden wie „Bioland“ und „Naturland“ deutlich reduziert. Mit der neuen Feinaufbereitung werden künftig die Störstoff-Grenzwerte zuverlässig eingehalten. Zudem werden die Kompostmengen erhöht und die zu entsorgenden Siebüberlaufmengen reduziert.
Verfahrenstechnik
Der Rohkompost aus der Rottehalle gelangt über einen Dosierbunker in ein Trommelsieb, wo die beiden Fraktionen Kompost (kleiner 10 mm) und Siebüberlauf (größer 10 mm) gebildet werden. Mit der neuen Technik wird der Siebdurchgang (kleiner 10 mm) über ein Nah-Infrarot-System von Störstoffen wie z.B. Folien befreit und als Fertigkompost vermarktet. Der Siebüberlauf (größer 10 mm) wird mit einem weiteren Siebaggregat in eine Mittelkorn- (10-30 mm) und eine Grobkornfraktion (größer 30 mm) getrennt. Das Mittelkorn wird je nach Marktlage intern oder extern verwertet. Das Grobkorn wird mittels Windsichter und Steinfalle von Kunststoffen, Glas und Steinen befreit. Die so aufbereitete Grobkornfraktion kann wieder der Bioabfallvergärungsanlage zugeführt werden. Dadurch wird zukünftig weniger Strukturmaterial wie Strauch- und Heckenschnitt benötigt. Alternativ kann die Grobkornfraktion auch in Biomasseheizkraftwerken verwertet werden. Die aussortierten Störstoffe (Kunststoff, Glas, Steiner, etc.) werden je nach Marktlage verwertet.
Projektdetails
Investitionssumme: 3 Mio. EUR
Montagebeginn: Mai 2023
Abnahme der Anlage: Januar 2024
Nacharbeiten: bis Dezember 2024
Finale Leistungsfahrten: April 2025